GloboScout
14.10.11 Rückblick 2010/2011
Peers against povertyVersuche zur Verbesserung der Welt aus der Provinz
Globoscouts – so heißt das Team der Peer-Leader in Ostrhauderfehn, das seit 2 Jahren versucht ein wenig mehr von der Welt zu verstehen. War es zunächst die Frage, wo kommen wir her: Eine interessante Frage, wenn 16-Jährige sich gegenseitig fragen, wie DE UTSCHLAND ist, oder Brasilien, oder Südafrika, reicht der Erfahrungshorizont doch gemeinhin in diesem Alter nur bis zum nächsten MediaMarkt oder zur nächsten Discothek– so zumindest Meinung vieler Menschen. Man tauschte Erfahrungen aus, versuchte die Herkunftsorte zu verstehen – aber ein ganzes Land? Im nächsten Schritt versuchten die Peers gemeinsame Interessen heraus zu arbeiten: Armut – das war das Thema in allen drei Ländern. Etwas Komplexeres aber konnte man sich wirklich nicht suchen.
Zumindest in Deutschland versuchte man in 2010 es über eine Annäherung über Seminare und Gespräche mit Entscheidern in Wirtschaft und Politik. Die Peers begannen Fairen Handel zu untersuchen und schlossen sich der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ an, die für Schuldenerlass und Aufstockung der dt. Mittel für Entwicklungszusammenarbeit plädieren und sich auf bundespolitischer Ebene engagieren. Es gab Theater und kleine Flash-Mobs vor McDonald, In Bahnreisen quer durch Deutschland sammelten die Peers 3500 Unterschriften für die Kampagne, organisierten ein kleines Festival. Die Unterschriften wurden über Mittelsmänner übergeben an Politiker in Berlin, Brüssel und New York.
2011 nun ist man weitere Schritte gegangen: Aber noch immer geht es ums Verändern und um Einmischen in ein kompliziertes Problem: Aber gut, dass man Partner hat: In Südafrika sind es das „LETSEMA-Center“ und der „Golden Youth Club“, beide arbeiten mit Unterstützung von deutschen WELTWÄRTS-volunteers an politischer Bildung und an konkreten Schritten zu Armutsbekämpfung vor Ort, sei es durch Kurse, Schulungen, Gemüsegartenprogramme, Theater oder Tanzprojekte. In Brasilien sind es das „Colégio Antonio Quirino“, das Peer-Leader-Arbeit betreibt, ferner ein Kindergarten und ein Kinderheim für benachteiligte Kinder und Jugendliche.
In Deutschland wurden im Sommer folgende Aktionen durchgeführt:
1. Arbeit an einem „FairFührer“ – einem Flyer zur Verbreitung und Findung von FairTrade-Produkten in der Region. Dazu wurden Tagungen mit Textilarbeiterinnen aus Bangladesch besucht oder z.B. ein Peer-Leader nach Brasilien entsandt, um Arbeitsbedingungen n von brasilianischen Land- und Industriearbeitern zu erforschen, Interviews mit Geschäftsführern von C&A geführt und ein eigenes Seminar veranstaltet u.a: MIT Jugendlichen aus Hartz4-Familien und vormals Obdachlosen. 2 Peerrs nahmen an einer FairTrade-Messe in Dortmund teil.
2. Das gemeinsam mit Südpartnern geschriebene Schullesebuch „Learning to take action“ wurde öffentlich vorgestellt und verbreitet, darin zahlreiche Beispiele und Anregungen zur Armutsbekämpfung.
3. Der südafrikanische Autor „Lutz van Dijk“ war auf Einladung der Peers im Ort unterwegs mit Lesungen und Hintergrundinformationen zum Alltag von Jugendlichen in südafrikanischen Townships.
4. Auf Einladung der Peers befindet sich der „GoldenYouthClub“ unterwegs auf Tournee im Rahmen der www.kinderkulturkarawande.de in Deutschland, darunter auch eine Woche in Ostrhauderfehn, von wo aus 7 Auftritte durchgeführt wurden und in Gesprächen mit den Jugendlichen neue Einblicke in den Alltag der Partner aus dem Township gewonnen werden konnten. Zudem überlegt man die Gründung eines größeren Jugendzentrums in Winterveldt in SA.
5. Auch in diesem Jahr gab es ein – diesmal noch größeres und bunteres – Musikfestival im Rahmen der Kampagne „Deine Stimme Gegen Armut“: Das „GET UP!-Festival“ bot eine vegane Kochshow, und 7 Bands.
6. In den Ferien waren die Peers auf Tournee: Mit Zelten und drei Anhängern waren sie in Bremen, Hannover, Berlin und Potsdam, wieder um Unterschriften insbesondere zur Aufstockung der Mittel des BMZ-Etats aus 0,7% der Haushaltsmittel zu erreichen, aber auch um das Buch im Bremer Senat, im niedersächsischen Kultusministerium und im Berliner BMZ vorzustellen.
7. Last, not least versuchten die Peers die Situation in Somalia zu verstehen und eine Schule vor Ort zu einem „Sozialen Tag für Somalia“ zu bewegen, an dem Schüler die Schulbank gegen eine Tagesarbeit in Betrieben tauschen und den Lohn an www.entwicklung-hilft.de spenden.
Was sind die Ergebnisse?
- Bildung: Mehr eigenes Verständnis, Fähigkeit zur Kampagne und direkte und mediale Ansprache von vielen 1000 Menschen auf der Straße, in Betrieben und in Schulen.
- Lobbyarbeit: 1000 Unterschriften und Ermutigung von MdBs zum Umsteuern.
- Geld: Spendensammlung für Somalia, überwiesen werden 5-10 000 €
In Vorbereitung sind:
- FairFührer – Einkaufsführer, ggf. auch erste Angebote im eigenen „Shop“
- Seminare mit Schülern
- „RioRockX“: Peer-Roadshow für 2012, Vorbereitungsseminar in Brasilien

GloboScout 1: Fair Trade
17.03.11
Globoscouts sind Mitglieder des Projektes Peer-Leader International, die versuchen Teile der Welt zu erklären.
Dies kann sein:
- der eigene Ort, Aspekte des eigenen Landes oder
- Orte und Länder unserer Partner Brasilien und Südafrika.
- Kampagnen in Kooperation mit ,, Deine Stimme gegen Armut" neuer Schwerpunkt: Globale Armut und Fair Trade".
Die Idee zur Gruppe GLOBOSCOUT entstand, in internationalen Begegnungen zwischen Deutschland, Südafrika und Brasilien. Jedes Mal möchten die Partner gerne etwas über die Herkunft der Gäste erfahren. Aber die große Neugierde ist schwer zu befriedigen: Wer weiß im Alter von 14-18 Jahren schon genau über den eigenen Ort, das eigene Land Bescheid? Und wenn doch: Wer hört in diesem Alter gerne stundenlange Vorträge über Land & Leute? Deshalb hat die Gruppe Angebote entwickelt, die erprobt sind und die man buchen kann. Zielgruppen können sehr unterschiedlich sein: Gäste, Zugereiste, Migranten, aber auch Gruppen vor Auslandsaufenthalten, Schulklassen oder Jugendgruppen, die Informationen und Hintergründe suchen. GLOBOSCOUTS arbeiten nicht wissenschaftlich, ersetzen keine Bücher. haben nicht studiert. GLOBOSCOUTS öffnen Türen, wollen interessieren, neugierig machen.
GloboScout 2: Fair Mixxed
und Migranten.
Globoscout (Medien)
Nach einigen Reisen und einer Unzufriedenheit einerseits über das eigene Wissen über den eigenen Ort, die Region und das Land, andererseits über unzureichende Präsenttationen der Partnerteams aus Südafrika und Brasilien hat sich die Gruppe auf den Weg gemacht, den eigenen Lebensraum besser zu erkunden und zu verstehen. Am Beispiel von 4 Porträts lebender 4 Ostrhauderfehner wird der Alltag im Ort dargestellt und mit vielen Hintergrundinformationen versehen.Ergänzend sind Medien, Spiele und Präsentationskonzepte in Arbeit. Gleiches versuchen die Peer-Leader in Brasilien. Im Oktober wird man sich austauschen zu den Konzepten (Meeting konfinanziert durch ENSA/Berlin und den LK Leer).Schüler aus Brasilien und Südafrika an der Haupt - u. Realschule in Ostrhauderfehn
Im Rahmen des Peer-Leader-Projektes GLOBOSCOUT kammen nach dem Besuch von Peer-Leadern IN BRASILIEN im Oktober 2009 jetzt Globoscouts (14 Brasilianer, 2 Südafrikanerinnen) nach Deutschland, um ihre Konzepte zu erproben und zusammen mit unseren Peers Materialien über Deutschland und den Nordwesten unter den Schwerpunkten Demokratie, Diversität und Klimaveränderungen zu sammeln.Programm der Gäste:
06.02.10 Ankunft in München, Weiterfahrt nach Immenstadt, dort Treffen mit 8 Ostrhauderfehnern und Seminar über Regionalkultur und Klimawandel
11.02.10 Rückkehr aus dem Allgäu, Verteilung auf Ostrhauderfehner GASTFAMILIEN
12. – 16.02.10 Aufenthalt in Ostrhauderfehn mit Wochenendseminar in Potshausen, Exkursionen und 15 Gesprächen zur Regionalkultur und Vielfalt , Vorträge und Gespräche über Brasilien und / oder Südafrika an 3 Tagen
17.-19.02.10 Berlin-Exkursion unter dem Motto Vielfalt und Demokratie zusammen mit 8 Ostrhauderfehnern.
20.-25.02.10 Ostrhauderfehn, Auswertung
Peer-Leader aus Brasilien erklären Schülern der HRS Besonderheiten ihres
Landes. Die Peer-Leader arbeiten auch mit einzelnen Klassen zusammen
und stellen ihr Land und ihre Kultur vor. Im Rahmen ihres Aufenthaltes nehmen
die Peer-Leader auch am regulären Unterricht der HRS Ostrhauderfehn teil.

Südafrikanische, brasilianische und deutsche Peer-Leader verbrachten im
Rahmen ihres Ausbildungsprogramms eine Woche auf der Schwäbischen Alb.

Peer-Leader aus 3 Kontinenten beim gemeinsamen Erarbeiten von Konzepten
im Computerraum 2 der HRS Ostrhauderfehn.

Klimahaus Bremerhaven: Wandel, Wetter, Weltentdecker!
Alle reden vom Wetter. Doch welche Faktoren bestimmen das Klima? Das Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost gibt darauf ebenso fundierte wie faszinierende Antworten. Kommen Sie mit auf große Reise in die Welt des Klimas in dieser neuen und einzigartigen Wissens- und Erlebniswelt!http://klimahaus-bremerhaven.de/

Brasilianische, südafrikanische und deutsche Peer-Leader besuchten mit den
Klassen H8a, R10a und R10b zusammen das Klimahaus in Bremerhaven.

GLOBOSCOUTS – ein Konzept und seine Veränderung
Im Oktober 2009 trafen sich 50 Peers aus Brasilien, Südafrika, Deutschland bereits ein erstes Mal in Mauá, um die Konzepte zur Phase 1 auszutauschen: Die deutschen GloboGuides führten ein mehrtägiges Seminar durch, in dem sie Porträts von 4 realen Personen vorgestellt und mit zahlreichen HintergrundInfos versahen. Dazu wurden Spiele und Aktionen zur Festigung des Wissens bei den Brasilianern angeboten. Die brasilianischen Scouts hatten stattdessen direkte Begegnungen und Exkursionen vorbereitet. Bis zum Februar wurden diese Erfahrungen ausgewertet. Die deutsche Gruppe wollte das mitgenommene Material erproben.Im Februar trafen sich erneut die Peer-Leader in Deutschland und gingen auf Tour: Ostrhauderfehn, Berlin, Allgäu.
Die Gäste hinterließen in zahlreichen Referaten in Schulklassen ein vielfältiges Bild ihres Landes. Sie lernten viel vor Ort und in Gesprächen zu den vorgesehenen Themen: Diversity und Migration, Demokratie, Klimaveränderung. Unser Fazit: Die Inhalte und Methoden scheinen weniger wichtig zu sein als das Interesse an der Begegnung mit „Originalen“. Unsere Gäste nahmen hingegen zahllose Informationen und Eindrücke aus den 3 Wochen mit schwerpunktmäßig zum Thema Klimaschutz und Vielfalt.
Ergo: DIREKTE Begegnungen mit Menschen und / oder Lernorten sind durch nichts zu ersetzen.
Winter erfährt man im Schnee, Demokratie im Parlament und in Gesprächen mit Parlamentariern, Klimaveränderungen in exzellenten Simulationen, Diversität und ihre Probleme in Gesprächen mit Migranten. Das GloboScout-Konzept wird damit provoziert: Können WIR / PEERS Botschafter für andere Kulturen sein? Können WIR / PEERS unser Wissen in klassischen Einrichtungen einbringen? Direkte Erfahrungen und Reflexion heißt das Rezept, das Peers bevorzugen.
Globoscouts als Referenten in klassischen Bildungseinrichtungen scheinen nur als „Originale“ gefragt zu sein. Globales Lernen als INHALT scheitert? Die PERSONEN werden später erinnert, nicht deren INHALTE. GloboScouts also als „Referenten“ über Partnererfahrungen einzusetzen, scheint – so unsere Schlüsse bis jetzt – nicht zu klappen. GloboScouts aber als gut vorbereitete REFERENTEN in EIGENER SACHE, das klappt. Schüler wollen das Original, nicht die Kopie. Schüler auch im Globalen Lernen wollen anders lernen als in den klassischen Schulen mit Buch, Dauerrednern, notfalls kommentierten Bildern. Insbesondere in Gruppen mit Schülern aus sogenannten Bildungsfernen Elternhäusern scheint das zuzutreffen.
Die GloboScouts arbeiten natürlich weiter: Die dt. GloboScouts haben evaluiert und bilanziert. Sie legen das Präsentationskonzept zunächst „auf Eis“. Aber – motiviert durch die Begegnung wollen sie jetzt weiter forschen, greifen in ihrer Gruppe auf:
a. Woher kommt ARMUT – hier und bei den Partnern? Sie lesen Jean Ziegler, sehen Filme, wollen 500 Jahre Ausbeutung verstehen. Was sie dann damit machen, ist noch unklar.
b. Wie lassen sich DIVERSITÄT und MIGRATION positiv steuern? Die neue Gruppe FAIRMIXXED hat sich zusätzlich etabliert und forscht nach Migrationsgeschichten, will ggf. Integrationslotsenarbeit machen. Man wird sehen.
Die bras. Scouts arbeiten hieran weiter:
- Demokratie: Wie demokratisch ist Brasilien wirklich?
- Migration: Welche Migrationsströme gibt es in Brasilien?
- Regionen: Die Lernstationen über Brasilien werden lokal in der Schule genutzt werden.
- Klima: Wie lässt sich in Brasilien Klima schützen?
Überall werden die Erfahrungen des Incomings einfließen.
Die beiden südafrik. Peers starten eine Peer-Leader-Gruppe.Inhalte sind noch zu definieren.
Thema Armut
In Fortsetzung des 2009er-Konzeptes will sich das GloboScout-Team schwerpunktmäßig um das Thema Armut in den 3 beteiligten Ländern kümmern. Recherchen in wöchentlichen Treffen und in Wochenendseminaren sollen Licht in das Dunkel bringen: Warum müssen auf diesem Planeten noch Menschen hungern? Wer und was verursacht ARMUT? Im Herbst hofft man zu konkreten Aktionen schreiten zu können.Bildung
In einer Handreichung zum Orientierungsrahmen „Globales Lernen“ stellt Dr. Herbert Asselmeyer das Projekt „Peer-Leader-International" vor. Der Orientierungsrahmen für KMK regt Schulen zu neuen Unterrichtsreihen an: http://www.globaleslernen.de/coremedia/generator/ewik/de/07__Didaktik_20Globales_20Lernen/Orientierungsrahmen_20Globale_20Entwicklung.htmlIm November soll das GloboScout-Team einen Workshop leiten bei einer Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung
Habt ihr Interesse an BOSNIEN-HERZEOWINA?
Wir fahren mit 10 Peers Ende November (ca. 22.-27.11.10) für 1 Woche nach SARAJEWO – früher mal Stadt der olympischen Winterspiele. Die Stadt ist ein Schmelztiegel von Christen und Muslimen und war monatelang eingeschlossen im bosnischen Krieg vor 16 Jahren.Wir treffen Jugendliche aus der Stadt und entdecken fremdes Land & fremde Leute. Wir präsentieren, wie wir arbeiten. Wir suchen Partner für die Zukunft.
Warum Bosnien?
1. Harald kennt sich dort aus und kennt dort sehr nette Leute.
2. Es ist nicht weit, trotzdem ziemlich unbekannt.
3. Aus Bosnien waren in D 500 000 Flüchtlinge bis vor wenigen Jahren. Wie geht es ihnen jetzt?
4. In Bosnien tobte ein merkwürdiger Krieg, in einer Zeit als ihr geboren wurdet. Man kann viel entdecken und lernen und begreifen, warum man sich einmischen muss.
5. In Bosnien leben viele Muslime…. Sehr interessant .
6. Sprache: englisch mit uns.
Ihr wollt mit? Ihr müsst fragen in der Schule? Dann erzählt dort: Es ist ein Seminar der Peer-Leader in Bosnien unter dem Motto GloboScout. Gerne schreibe ich euch was.
