Bosnien im Visier

November 2010 Peer-Leader veranstalten Seminar mit Jugendprojekt in Bosnien


Sie gehen selten die Wege der anderen: Diesmal sondieren die Peer-Leader aus Ostrhauderfehn neues Gelände: In Sarajewo, der Hauptstadt des kriegszerstörten Landes Bosnien-Herzegowina, besuchen sie ab 23.11. eine Jugendgruppe, die möglicherweise neuer Partner neben Gruppen in Südafrika und Brasilien werden könnten. Man wird Konzepte austauschen und voneinander lernen wollen: Wie geht es dem Land, was machen die zurückgekehrten Flüchtlinge? Welche Rolle hat die Friedenstruppe unter Beteiligung der Bundeswehr? Was denkt die neue Generation in Bosnien? Und: Wie leben dort Christen und Muslime zusammen? Das Seminar ist Teil der Idee der Ausweitung des Projektes auf ein größeres internationales Peer-Leader-Netzwerk.

Sarajewo – Partnerprojekte zwischen Europa und Asien
Peer-Leader machen Grenzerfahrungen
1. Der Besuch hat einige organisatorische Probleme zu bewältigen gehabt: Auf der Seite des Auswärtigen Amtes war nicht vermerkt, dass Minderjährige eine Einverständniserklärung BEIDER Eltern mitführen müssen. Deshalb verweigerte die Austrian Airlines die Weiterreise nach Sarajevo: Die Betroffenen blieben in Wien, in Ostrhauderfehn wurden derweil die Formalitäten geklärt.
Ähnliche Probleme gab es auf der Rückreise durch die Austrian Airlines, nicht aber durch die Behörden in BiH. Außerdem verspätete sich der Flieger wegen Schneefall in München, die Lufthansa hat sich für den Weiterflug nicht gekümmert und wir mussten dies selbst versuchen. 3 Stunden verspätet trafen wir in Hamburg ein, mussten in der Gepäckermittlung unsere Koffer suche und verpassten dann den letzten Zug. Erst 5 Tage später trafen die Koffer ein.
2. Inhaltlich war die Begegnung sehr erfolgreich. Es wurden verschiedene Maßnahmen zur Kooperation vereinbart. Durch gewisse Programmänderungen gab es einige unerwartete Begegnungen, die aber interessant waren für 2011:
Konkret:
a. Es wird ein Peer-Leader-Team in BiH aufgebaut: „Peer-Leader-International BiH“. In Ostrhauderfehn gibt es eine neue Gruppe „Peer-Leader-International BiH“ mit koordinierender Funktion.
b. Ein Gegenbesuch in Ostrhauderfehn wird für Ende Juni geplant.
c. Ein gemeinsames Seminar in Travnik im Juli ist in Vorbereitung.
d. Thematische Kooperationen sind vereinbart.
e. Die Peer-Leader berichten in ihren Teams und Schulklassen, ferner bereiten sie Grundsatzreferate über Bosnien vor und haben am 7.12. eine Pressekonferenz.

Ostrhauderfehner Jugendliche waren eine Woche lang in Bosnien-Herzegowina (GA berichtet)
Gemeinsam mit jungen Leuten aus dem Balkanland wollen sie neue Ideen entwickeln. Zugleich haben sie Zeugnisse des Bürgerkriegs von nahem erlebt.
Ostrhauderfehner Jugendliche waren eine Woche lang in Bosnien-Herzegowina
VON OLE CORDSEN 9. Dezember 2010
Gemeinsam mit jungen Leuten aus dem Balkanland wollen sie neue Ideen entwickeln. Zugleich haben sie Zeugnisse des Bürgerkriegs von nahem erlebt.
Ostrhauderfehn/Sarajevo - Eine Jugendgruppe der "Peer-Leader" aus Ostrhauderfehn war jüngst in Bosnien-Herzegowina. Dort waren sie Ende November, um gemeinsam mit dortigen jungen Leuten rund eine Woche lang neue Projekte anzuschieben und das Land 15 Jahre nach Ende der Kämpfe zu erleben. Zu Stande gekommen ist der Kontakt über alte Verbindungen von Projektleiter Harald Kleem, der vor einigen Jahren niedersachsenweit Unesco-Schulprojekte in Zusammenarbeit mit Bosnien koordiniert hat.
Ziel war es, Gemeinsames aufzubauen: auch dort "Peer Leader"-Gruppenleiter-Konzepte zu entwickeln, Kontakte zu knüpfen, Sichtweisen auszutauschen, wechselseitig neue Impulse zu bekommen. Nicht, den bosnischen Jugendlichen Antworten für einen besseren Weg in die Zukunft aufpfropfen, sondern wechselseitig voneinander lernen, Fragen mitnehmen. Etwa diese: Was kann man tun, um auch in Deutschland ein stabiles, freundschaftliches Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen zu festigen? Auch geht es darum, die Normalität des wiedererwachten Landes jenseits der jüngeren Vergangenheit in den Blick zu rücken.
Unter anderem möchten die Ostrhauderfehner mit einem Snowboardclub in den Bergen der Kleinstadt Travnik kooperieren und mit einem Projekt in Sarajevo, wo Schüler anderen Schülern helfen. Im Sommer sollen bosnische Jugendliche hierher kommen, um dann gemeinsam in den Niederlanden in einem Camp Ideen für Projekte und Freizeiten auf dem Balkan zu konkretisieren. Was weiter folgt? Das wird die Zukunft zeigen, und die möchten Ostfriesen und Bosnier ein Stück weit gemeinsam gestalten.
Globoscouts-Besuch aus dem Süden 06.-25.02.2010
Im Rahmen des Peer-Leader-Projektes GLOBOSCOUT kamen nach dem Besuch von Peer-Leadern in BRASILIEN im Oktober 2009 jetzt Globoscouts (14 Brasilianer, 2 Südafrikanerinnen) nach Deutschland, um ihre Konzepte zu erproben und zusammen mit unseren Peers Materialien über Deutschland und den Nordwesten unter den Schwerpunkten Demokratie, Diversität und Klimaveränderungen zu sammeln. Die Gruppe war 5 Tage im tiefsten Winter in Südbayern, einige Tage in Berlin und 10 Tage in Ostrhauderfehn. Dabei gab es zahlose Gespräche mit Migranten, Politikern, Schülern, Verwaltungen usw., um verstehen zu lernen, wie Deutschland ,,wirklich" ist. Die Südgäste brachten methodisch vielfältige Präsentationen über ihre Länder mit, die sie in zahlreichen Projekten und Unterrichtsstunden ausprobierten. Die GLOBOSCOUTS werden nach dem Besuch Konzepte erarbeiten und verschiedenen Zielgruppen Angebote zur Information über den Alltag in Brasilien, Südafrika und Brasilien unterbreiten.Peer-Leader-Seminar in Mauá, Brasilien vom 4.-17.10.09
Das Ostrhauderfehner Peer-Leader-Projekt ist wieder on tour: In diesem Jahr trifft man sich wieder in Brasilien. Stand 2008 im Vordergrund ein brasilianisches Konzept (die OLIMPIADA) kennenzulernen, ist in diesem Jahr Schwerpunkt der Austausch von Konzepten. So will die Theatergruppe der Peer-Leader in Vorführungen und Workshops herausfinden, ob der Blick auf Klimaveränderungen von brasilianischen Jugendlichen geteilt wird. Die Gruppe GloboScout will Konzepte zur Darstellung der eigenen Herkunft und zur Erklärung gesellschaftlicher Hintergründe austauschen. Die Gruppe LoveLife wird Konzepte der Frühschwangerschaftsverhütung und AIDS-Vorbeugung mit den brasilianischen Partnern austauschen. Dabei sind auch 3 Gäste aus Südafrika, die mit den beiden Teams die Verstärkung von jungen Leuten in der Freiwilligen-Arbeit diskutieren wollen. Insgesamt sind die 2 Wochen in Mauá so angelegt, dass neue Impulse für die Arbeit mit Gleichaltrigen ausgetauscht werden, damit zukünftig in allen drei Ländern Jugendliche eine neue stärkere Rolle bei der lokalen und globalen Zukunftsgestaltung spielen können.